Gesetzliche Aenderungen zur Portierung von Mobilfunkrufnummern

Es schaut so aus, als ob demnächst etwas Bewegung in den Mobilfunkmarkt kommen könnte, die für mehr Wettbewerb im Sinne der Kunden sorgt. Verschiedene Quellen zitieren einen Newsletter, der letzte Woche von Vodafone an seine Business Partner verschickt wurde:

Der Vertrieb der Telekom kommuniziert derzeit gegenüber Kunden, dass ab 01.11.2011 eine gesetzliche Änderung zur Portierung von Mobilfunkrufnummern in Kraft tritt, nach der Rufnummern schon vor Ablauf der Vertragslaufzeit portiert werden können.

Richtig ist, dass der Gesetzgeber derzeit das Telekommunikationsgesetz (TKG) ändert. Dort wird in § 46 Telekommunikationsgesetz eine Regelung enthalten sein, nach der Rufnummern im Mobilfunk schon vor Ende der Vertragslaufzeit zu einem anderen Anbieter mitgenommen werden können.

  • Die Übertragung der zugeteilten Rufnummer kann vom Teilnehmer jederzeit verlangt werden.
  • Der Vertrag beim abgebenden Anbieter läuft weiter, dem Kunden kann vom abgebenden Anbieter eine neue Rufnummer zugeteilt werden.
  • Die Dienste des Teilnehmers dürfen nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden.

Der Gesetzgeber erhofft sich dadurch eine Stärkung des Wettbewerbs im Mobilfunk.

Falsch ist, dass diese Änderung bereits zum 01.11.2011 in Kraft tritt. Der Gesetzesentwurf wurde am 27.10. 2011 im Bundestag verabschiedet, danach steht die Beratung im Bundesrat an. Wir erwarten derzeit ein Inkrafttreten im Frühjahr 2012. Unklar ist, ob es eine Übergangsfrist zur Umsetzung geben wird. Die Implementierung wurde von den Mobilfunknetzbetreibern bereits angestoßen, wird aber eine ganze Weile in Anspruch nehmen, da hier Spezifikationen im Bereich des MNP-Prozesses multilateral angepasst werden müssen. Es wird rechtzeitig eine Informationen dazu geben, wann dieser Prozess abgeschlossen ist.

Das wäre natürlich für uns Kunden ein Segen. Bislang kann ja die Rufnummer bei einem Mobilfunkanbieterwechsel mitgenommen werden. Jedoch erst nach Ende der Vertragslaufzeit. Bei den meisten Verträgen beträgt diese kundenunfreundliche 24 Monate. Wenn man mit seinem Abieter nicht mehr zufrieden ist, kann man vor Ablauf quasi nicht wechseln, sofern man Wert auf die Rufnummer legt. Vierundzwanzig Monate halte ich persönlich für eine Frechheit. Wer von seinem eigenen Produkt nicht überzeugt ist, versucht auf diese Weise die Kunden zwangszubinden. Wenn ich als Anbieter mit meinem Produkt zuversichtlich bin, könnte ich fairerweise auch deutlich kürere Vertragslaufzeiten anbieten. Der Kunde wird es sicherlich positiv danken. Aber das ist Wunschdenken.

Wenn die oben zitierte Marketingaussage Hand und Fuß hat, wäre das meiner Meinug nach ein Quantensprung in der Kundenfreundlichkeit. Leider wohl nur auf Zwang des Gesetzes, naja, der Markt hätte es auch freiwillig tun können.

Demnach könnte künftig nachezu jederzeit der Anbieter gewechselt und die Rufnummer mitgenommen werden. Das wäre auch sehr zu Gunsten junger, innovativer Anbieter wie Truphone. Selbstverständlich muss bei einem vorzeitigen Wechsel mit Rufnummernmitnahme der bestehende Vertrag mit dem bisherigen Mobilfunkanbieter weiterhin erfüllt (sprich: bezahlt) werden.

Ich bin mal gespannt, ob das wirklich so verabschiedet wird.

Viele Grüße
Dieter


Dieter Rauscher
MVP Forefront